Leitbild

Der am 16. März 1878 geborene Clemens August Graf von Galen entstammt dem alten westfälischen Adelsgeschlecht von Galen. 1904 wurde von Galen Priester, 1933 zum Bischof geweiht und 1946 zum Kardinal ernannt. So ist er der Nachwelt auch als Kardinal von Galen (KvG) bekannt.

Heute werden die Person von Galen und sein Werk sehr unterschiedlich bewertet. Er war ein typischer national-konservativer Vertreter der Eliten des Kaiserreiches, der der Weimarer Verfassung ablehnend gegenüberstand. Besonders auch seine Äußerungen zu den  beiden Weltkriegen sind sehr fragwürdig.

Auf der anderen Seite wird von Galen von einer breiten Öffentlichkeit als Gegner des NS- Regimes angesehen. Besonders durch drei Predigten, die er 1941 hielt, ist er über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt geworden. In diesen Predigten prangert er das NS- Regime an, weil es die fundamentalen Menschenrechte verletzt, und er ruft zum Widerstand gegen die Euthanasie (hier: Ermordung von Kranken und Behinderten) auf. Die NS Führung wagte nicht, ihn zu verhaften, da man einen Aufruhr im katholischen Münsterland befürchtete.

Nach von Galens Tod im Jahre 1946 wurden viele Plätze, Straßen und Schulen nach Kardinal von Galen benannt, da man ihn als mutigen Mann des Widerstandes ehren wollte.

Ist er ein Vorbild?

Erich Kästner sagte einmal, dass es bei einem Vorbild unwichtig sei, ob es sich um eine berühmte Persönlichkeit handele oder nicht, „wenn es nur ein Mensch ist, der im gegebenen Augenblick ohne Wimpernzucken gesagt oder getan hat, wovor wir zögern“. Das hat Kardinal von Galen getan und in einer bestimmten Situation Verantwortung übernommen.

Als das Kollegium und die Eltern- und Schülervertretung  unserer Schule im Jahr 2008 ein Leitbild für unsere Schule entwickelten, fand auch der Name unserer Schule eine neue Interpretation, in der sich diese Grundhaltung von Galens als wichtiges Ziel widerspiegelt.

Kompetenz für schulisches und außerschulisches Leben erwerben bedeutet für uns, dass unsere Schülerinnen und Schüler durch den Erwerb von fachlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen auf die wechselnden Anforderungen des Lebens vorbereitet werden.

Verantwortung für sich selbst und für andere tragen bedeutet für uns, dass wir unsere Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern in schulischen, sozialen und persönlichen Angelegenheiten beraten und unterstützen.

Gemeinschaft erleben, gemeinsam lernen und füreinander da sein bedeutet für uns, dass wir unsere Schule nicht nur als einen Ort des Lernens verstehen, sondern auch als Lebensraum, in dem wir vertrauensvoll und verlässlich miteinander umgehen.